Hamburger China-Notizen: zum Anfang Nr. 5
15. Juni 2000
China-Hamburg jetzt und einst ChinaS jetzt und einst ChinaS
jetzt und einst
Notizen von einem nächtlichen Schreibtisch Deutsche Chinatexte
 
         

60. Geburtstag von Helga Schäfer

helga schaeferSie hat mehr Studentengenerationen erlebt als jede oder jeder andere von den Angehörigen des ChinaS. Seit dem 1. Juni 1978 tut sie hier im Geschäftszimmer ihren Dienst: tatkräftig, dazu arbeits- und lebensfroh - und allen diesen Generationen hat sie viel von sich gegeben. Nicht wenigen stand sie auch in schwierigen Situationen bei.

Für den 26. Mai 2000, ihren 60. Geburtstag, hatte sie dem ChinaS zugesagt, für ein kleines Abendessen im gewohnten "Yang House" zur Verfügung zu stehen, im Kreis einiger Kolleginnen und Kollegen. Dann staunte sie jedoch nicht schlecht: Wer da noch alles kam! Dr. Susanne Schäffler-Gerken zum Besipiel war anwesend, die erste MA-Absolventin nach 1980, aber auch Stephanie König, die erst am Freitag vor der Feier ihre letzte Prüfung bestanden hatte. Von den noch Früheren war sogar Dr. Sabine Petzinna-Gilster gekommen.

helga schaeferDazwischen waren alle anderen Jahrgänge von "Ehemaligen" vertreten. Eine aus diesem Kreis, Beate Müller, hatte es sich nicht nehmen lassen zu kommen, obwohl sie an diesem Tag ebenfalls einen "runden" Geburtstag erlebte und dieser eigentlich im Kreise der Familie gefeiert werden sollte. Manche hatten Grüße aus der Ferne und Nähe gesandt, von denen GD stu. in einer kurzen Ansprache bloß die von Kay Popken und Valeria Schreiber, geb. Wolfgram, zitieren konnte. Andere hatten wegen sehr erfreulicher Ereignisse auf ein Kommen verzichten müssen, zum Beispiel Claudia Ehler wegen eines "frischen" Babys, und Stefanie Bargmann, geb. Brost, weil ein solches bei ihr gerade in die Welt wollte.

In einem kleinen Begleitprogramm spielten Carsten Krause auf der Erh-hu und Dr. Dorothee Schaab-Hanke auf der Ch'in. Anja Kruse und Britta Manske trugen gekonnt einen launigen Sketch vor, der sich anheischig machte, Helga Schäfer als wiedergeborenen Konfuzius zu identifizieren, und dann erfreute Dr. Hans-Wilm Schütte durch ein brillantes und brillant vorgetragenes Gedicht über die "Schäfersfrau". In einem vierzig Seiten starken Heft, das zur Geburtstagsfeier erschien, läßt sich all das noch einmal ansehen - neben vielen Fotos und Erinnerungen unterschiedlichster Art an die "Schäfersfrau".

geburtstagsheftUngefähr siebzig Personen waren bei dieser Glückwunschfeier zugegen. Das Schönste an dieser Feier war jedoch: Helga Schäfer hatte von all dem nichts geahnt! Niemand hatte ein Wörtchen über diese Feier verlauten lassen - und der Umfang der Feier wird auch Herrn Schäfer und Tochter Angela sowie Schwager und Schwägerin, die ebenfalls zugegen waren, erstaunt haben. Sie erlebten die Herzlichkeit mit, die Helga Schäfer an diesem Abend zuströmte - als Erwiderung der Herzlichkeiten, die in den beinahe 25 Jahren Dienstzeit im ChinaS von ihr ausgegangen waren.

 
 

"China Contact"

ccnennt sich im Untertitel "Das Wirtschaftsmagazin für Ihren Geschäftserfolg in China". Das Mai-Heft 2000 bringt jetzt einen großen Beitrag zum chinesischen "Programm zur Erschließung Westchinas" und informiert durch ein Interview gleichzeitig darüber, daß dieses "kein großes Thema für deutsche Unternehmer" sei.

WTO natürlich, Shenzhen, die chinesische Internet-Politik, chinesischer Bildungshunger als Chance für Deutschland - das sind Themen weiterer interessanter Beiträge und Notizen, auf den 36 Seiten. Anzeigen kommen hinzu und Hinweise auf Aktualitäten, ebenso über Veranstaltungen zu den Themenbereichen der Zeitschrift.

"China Contact" wirbt um neue Abonnenten: Ein Jahresabonnement dieser Monatszeitschrift, verbunden mit einem wöchentlichen Newsletter, kostet 42 Euro plus Versand und Mehrwertsteuer. Den ausgezeichneten Bildband "China Packaging - Im Reich des goldenen Drachen" gibt es jetzt gratis dazu.

 

Deutsche Old Chinahands

studeoFür alle, die sich für das Leben der Deutschen in China vor der Gründung der VR China interessieren, bilden die regelmäßigen Mitteilungen der StuDeO eine aufschlußreiche Lektüre. Unlängst wurde das jüngste Heft zugestellt.

Auf 24 A4-Seiten, dreispaltig ausgelegt, enthalten sie stes aufschlußreiche Beiträge und Notizen. Natürlich stehen Erinnerungen von ehemaligen China-Deutschen im Mittelpunkt - in diesem Heft unter anderem solche von Barbara Bieling, Hamburg, an ihre alte Kaiser-Wilhelm-Schule in Shanghai. Nie bleibt jedoch auch die Gegenwart außerhalb des Blickfeldes. Dem Bieling-Bericht schließt sich also eine Notiz über die gegenwärtige "Deutsche Schule Schanghai" an. Auch Neuerscheinungen zur Geschichte der Deutschen in China werden rezensiert und aktuelle Vorgänge aus der Gegenwart dieser lange vergangenen "Szene" referiert.

Nichts klingt, wie mancher befürchten könnte, in diesen Heften verstaubt oder nostalgisch verklärt. Stattdessen wird der interessierte Leser immer wieder aufschlußreichen historischen Materialien begegnen oder Wege zu solchen aufgezeigt finden.

 
 
 

"Wirtschaft & Handel"

w&hNicht kontinuierlich, doch von Zeit zu Zeit werden diese "Notizen", wie diesmal, auf Veröffentlichungen von deutschen China-Zeitschriften und ähnlichen Periodica hinweisen. Von diesen existiert inzwischen eine Menge, und nur die wenigsten sind allgemein bekannt.

Das 20 Seiten umfassende Heft 11 von "Wirtschaft & Handel" zeigt eine, wie aus der Titelseite ersichtlich, bunte Themenvielfalt. Die Zeitschrift wird herausgegeben vom "Verein der Überseechinesen in Deutschland zur Förderung der Wirtschafts- und Handelsbeziehung (sic) e.V.", Lauenburger Str. 96, 76 139 Karlsruhe.

Auf Seite 10 erfährt der Leser unter anderem, daß ein gewisser Shih Tung-fei vom ChinaS und eine junge Wissenschaftlerin namens She Fei-erh sich im Zusammenhang mit Veranstaltungen zum Beginn des "Jahres des Drachens" im HH-Museum für Kunst und Gewerbe engagiert hatten.

Die Artikel in dieser Zeitschrift sind in deutscher oder chinesischer Sprache abgefaßt, sie erhalten eine Zweitüberschrift in der jeweils anderen Sprache. Der eben angesprochene Artikel hat die deutsche Zweitüberschrift "Das 2000jährige Drachen begrüßen Sie".

 

Magistra Stephanie König und die Messen

steffi koenigAm Freitag, dem 19. Mai 2000, kurz nach 14 Uhr konnte Stephanie König (* 1974) Glückwünsche entgegennehmen. Nach einer anregend verlaufenen letzten Prüfung in Sinologie, welche sogar die kritisch dreinblickende Beisitzerin erfreute, hatte sie ihr Magisterexamen in der Tasche.

Stephanie König hatte zügig studiert, und auch jetzt wird sie nicht lange müßig gehen können, denn eine Anstellung im Messewesen wartet auf sie. Ungefähr zehnmal hatte sie während ihres Studiums bei Messen oder in entsprechenden Firmen in HH oder im europäischen sowie im asiatischen Ausland "gejobt" und ein Praktikum abgelegt. Auch ihre Magisterarbeit galt einem solchen Thema: "Messeplatz China - Kooperationsmöglichkeiten ausländischer Messeveranstalter an zentralen Standorten in China". In solchen Fällen läßt eine entsprechende Anstellung nicht auf sich warten.

 
 
 

Wie China Europa entdeckte

Für das Allgemeine Vorlesungswesen der Uni HH organisierten zwei Professorinnen von den Germanisten bzw. den Historikern eine Vorlesungsreihe mit dem Titel "Europa im Blick. Fremd- und Selbstwahrnehmung". Diese findet jeweils am Dienstag, 18 Uhr im Hörsaal A des Philturms statt.

Asien kommt dabei wie immer zu kurz. Immerhin trug stu. dort am 6. Juni über "Die Entdeckung Europas durch China" vor. Die beiden Organisatorinnen zeigten sich vergnügt darüber, daß das Publikum diesmal zahlreicher erschienen war als sonst. Einige Studierende der Sinologie waren, zusätzlich zu den sonstigen Interessenten, gekommen und bezeugten, daß Chinathemen doch oft mehr Aufmerksamkeit finden als europäische.

 

Als Deutschlehrer nach China?

An Studierende der Sinologie wendet sich ein Programm des EURASIA-Spracheninstituts. In Verbindung mit dem "Hunan College of International Culture" vermittelt es einjährige Chinauafenthalte, die mit einer Tätigkeit als Deutschlehrer verbunden sind. Die Bedingungen sind akzeptal, seriös scheint das Unternehmen ebenfalls zu sein. - Interessenten erhalten weitere Auskünfte bei EURASIA, Westfälische Straße 16, 10709 Berlin; Tel. 030/86 39 83 70.

 
 
 

Zwei neue Doktoren

Eine Doktordisputation ist immer wieder ein spannendes Ereignis, für alle Beteiligten. Da haben eine Magistra oder ein Magister nach diesem ersten Examen jahrelang im -mehr oder minder- stillen Kämmerlein einem hoch spezialisierten Thema nachgeforscht, und die Ergebnisse solchen Nachforschens sollen überdies neue Einsichten über China in Vergangenheit oder Gegenwart erbringen. Dann haben sie diese Einsichten zu verteidigen.

In der zweiten Juniwoche saßen für das ChinaS zwei solcher Anwärter auf die Doktorwürde fünf schon Arrivierten, meist Professoren, zur Disputation gegenüber, mit einigen Zuhöreren im Hintergrund. Dann sollte sich zusätzlich erweisen, welche wissenschaftliche Statur solche Anwärter auch jenseits des Forschens im stillen Kämmerlein haben. - Beide Kandidaten bestanden jetzt im Juni diese Prüfung auf glanzvolle Weise:

Jörg Plassen (* 1968) war vor allem in Sinologie und Koreanistik ausgebildet worden. Von 1990 bis 1992 hatte er in Korea studiert, 1996 seinen Magister in Koreanistik erworben. Seit 1999 ist er Wissenschaftlicher Angestellter am Lehrstuhl für Koreanistik der Universität Bochum. Der Titel seiner Doktorarbeit, die er am 7. Juni verteidigte, war: "Die Spuren der Abhandlung (Lun-chi). Exegese und Übung im San-lun des sechsten Jahrhunderts".

Matthias Richter (* 1961) verteidigte seine Arbeit am 9. Juni. Er verfügte bereits über einen Diplomabschluß für Englisch und Deutsch, bevor er sich 1989 der Sinologie zuwandte. Nach längeren Studienaufenthalten in Peking legte er 1995 sein Magisterexamen an der Universität München ab. Gegenwärtig wirkt er unter anderem als Lehrbeauftragter an der Hochschule Bremen sowie an der Universität Kiel. Seine Doktorarbeit trägt den Titel: "Guan jen. Texte der altchinesischen Literatur zur Charakterkunde und Beamtenrekrutierung".

Beide Kandidaten haben in ihren Arbeiten tatsächlich bahnbrechende Ergebnisse für ihr Fachgebiet erzielt und zu weiterführenden Forschungen angeregt. Beiden wurde deshalb das seltene höchste Prädikat summa cum laude, "mit größtem Lob", zuerkannt.

 
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