Hamburger China-Notizen: zum Anfang Nr. 40
29. August 2005
China-Hamburg jetzt und einst China-Hamburg
jetzt und einst
ChinaS jetzt und einst Notizen von einem nächtlichen Schreibtisch Deutsche Chinatexte
 
 

 Sommerzeiten – Chinazeiten

Dieser Sommer zeigte sich in Hamburg nur an wenigen Tagen sommerlich – am deutlichsten noch auf einer Folge von Tschibo-Postern. Meistens war der Himmel grau und dunkel. Oft genug schickte er, nieselnd oder platternd, Regenwasser auf die Freie und Hansestadt, unter denen vor allem die touristischen Gäste der Freien und Hansestadt litten. Die Hansestädter hatten sich – wovon wenige Staus auf den Straßen und noch mehr Baustellen zeugten – in den Urlaub davongemacht.

Tchibo-Werbung Sommer 2005 Die Daheimgebliebenen, die Gäste zusätzlich, gaben für die hier üblichen Sommervergnügungen eine vortreffliche und begeisterte Kulisse ab: Radrennen, Triathlon, "Queen Mary" im Hafen usw. Über die damit verbundenen Straßensperrungen und andere Behinderungen fluchten nur die wenigen, die etwas anderes im Sinn hatten.

Diejenigen unter den Hamburger Verbliebenen, die sich für China interessieren, konnten sich einer Fülle anderer Zerstreuungen widmen, auch einigen belehrenden und sonstwie aufschlußreichen. Und wenn sich von Aufschlußreichtum reden läßt, dann ist damit auch immer Nachdenklichkeit verbunden. Einige Impressionen in solchen Zusammenhängen folgen:
 
 
 

 Auftakt für "China Time"

Am 28. Juli wandte sich Staatsrat Reinhard Stuth von der Senatskanzlei, den manche den Außenminister des Hamburger Senats nennen, mit einer Pressemitteilung an die Öffentlichkeit: In der letzten Septemberdekade wolle der Senat "China Time" veranstalten. Alle zwei Jahre solle das wiederholt werden, denn "der Senat will ein großes, beständiges China-Forum schaffen." Das Kommunal-Kino Metropolis, Museen, Handelskammer, Wirtschaftsbehörde und andere Träger sollen unter anderem die zwanzigjährige Partnerschaft Shanghai-Hamburg feiern. Auch ein China-Markt vor dem Rathaus solle dazugehören.
 
 
 

 Vergangenheit für die Zukunft

In den Jahren 1988, 1995 und 2002 hatte es in Hamburg "China-Wochen" gegeben. Diese waren, mit wohlwollender Förderung vor allem durch die Kulturbehörde, von privaten Trägern veranstaltet worden. Diese mögen die Ankündigung von Staatsrat Studt etwas nachdenklich aufgenommen haben, denn er erwähnte diese "China-Wochen" nicht einmal. Zumal die vom Jahre 1988 hatten weit über Hamburg hinaus Aufmerksamkeit geweckt, und ihre Veranstaltungen wiesen weit in die Zukunft. Zum Bespiel:
  • Das "Thalia" führte das Stück "Yeti" des chinesischen Autors Gao Xingjian auf. Der chinesische Regisseur inszenierte erstmals ein chinesisches Schauspiel mit deutschen Schauspielern, und Gao Xingjian erhielt im Jahre 2002 den Nobelpreis für Literatur.
  • Die Galerie von Hans Hoeppner stellte den jungen chinesischen Künstler Shan Fan aus. Inzwischen ist dieser international bekannt, nicht nur in China und Hamburg.
  • Die von Elmar Lampson geleitete "Orchester-Akademie" führte ein Werk des unbekannten chinesischen Komponisten Tan Dun auf. Inzwischen ist dieser weltberühmt, und Elmar Lampson wurde Präsident der Kunsthochschule Hamburg.
So viel Urteilssicherheit von Veranstaltern setzt entsprechende Kompetenz voraus – und Zeit für die Vorbereitungen.
 
 
 

 "Wasser unter" für Generalkonsulat

Als das "Abendblatt" am 29. Juli über die Ankündigung von Staatsrat Studt berichtete, schrieb es vom "20jährigen Bestehen der Patenschaft (!) zwischen Hamburg und Shanghai." Wer da wohl "Pate" ist und in welchem Sinne – in dem der christlichen Taufe oder dem jenes berühmten Brando-Films! Als Helfer immerhin erwies sich die Hamburger Feuerwehr: Nachdem es am 21. Juli den ganzen Tag geregnet hatte, stand auch im chinesischen Generalkonsulat an der Elbchaussee der Keller unter Wasser. Die Feuerwehr pumpte, und das Abendblatt titelte "Land unter – auch im chinesischen Konsulat". Auch der "Hamburg-Welle" des NDR war das eine Nachricht wert. – Generalkonsul Ma Jinsheng mußte gleichwohl nicht im Wasser waten, denn anscheinend war er gerade auf einer Dienst- oder Urlaubsreise unterwegs. Der Urlaub wäre ihm jedenfalls gegönnt, denn wie beinahe alle seine Vorgänger, beeindruckt er als vorzüglich engagierter Vertreter seines Landes.
 
 
 

 Dienst für Morgenlektüre

Andreas Köpke von der HWF verschickt regelmäßig einen Pressedienst, bei dem es vor allem um die China-Berichterstattung geht: Jeden Morgen eine schöne Lektüre, manchmal sogar amüsant. Am 25. Juli berichtete er über eine offizielle chinesische Handreichung für westreisende chinesische Unternehmer: "Widerstehen Sie dem Kapitalismus und der Dekadenz. Vermeiden Sie primitive Sexviertel." Luxusbordelle wären vielleicht ratsam, ratsam aber ist vor allem: "Handeln Sie patriotisch. Verraten Sie keine Staatsgeheimnisse." Vermeiden sollten diese Reisenden auch, in den Zähnen zu stochern, und: "Reden Sie nicht über Krankheiten oder andere deprimierende Themen."
 
 
 

 Vogelgrippe für Europa

Als ein "deprimierendes Thema" sieht die chinesische Regierung offenbar auch die sogenannte Vogelgrippe an, die auf dem Weg nach Europa ist. Jedenfalls deutet die staatliche Informationspolitik darauf. Nicht nur westliche Experten beklagen sie lauthals, auch chinesische. Auch die Maßnahmen zu ihrer Eindämmung gelten als unzulänglich – was ebenfalls wieder auf die unzulängliche Informationspolitik zurückzuführen ist, unter anderem. Das SARS-Desaster ist offenbar schon vergessen.
 
 
 

 Reliquien für Buddhajünger

Vom 20. bis 24. Juli bevölkerte das "Maitreya-Projekt" das Völkerkundemuseum an der Rothenbaumchaussee. Knöchelchen, korrekt: Reliquien, von Buddha, viele zu "Perlen der Reinheit" geformt, wurden im Rahmen eines großangelegten Projekts gezeigt, aber auch viele weitere von den Gläubigen verehrte "Überbleibsel" von heiligen Männern des Buddhismus, die deren spirituelle Kraft bewahren. Begleitet wurde diese Ausstellung durch ein umfangreiches Informationsprogramm. "Die Vielfalt des Buddhismus ist hier kaum bekannt", merkte Prof. Michael Friedrich vom Asien-Afrika-Institut der Universität an. "Wir wollen Hintergründe vermitteln und über die gegenwärtige Situation informieren." Er zeigte sich überrascht durch den starken Zustrom von Interessenten.
 
 
 

 Miss Tibet für Dalai Lama?

Der Dalai Lama erhielt im Juli den Hessischen Friedenspreis zugesprochen – "wegen seines Engagements für eine friedliche Beilegung des Tibetkonflikts." CDU-Ministerpräsident Roland Koch würdigte bei der Preisverleihung, der Weg von Selbstbestimmungskämpfern sei meistens mit Bomben gepflastert, der Dalai Lama setze hingegen auf "kompromißlos das exakte Gegenteil." In rastlosem Einsatz dafür düst er um die Welt, veröffentlichte unlängst wieder ein Buch – über Lebensregeln in lamaistisch-weltbürgerlichem Sinne. Ob er auch jene Schönheit Tashi Yangchen kennt, die in London studiert? Als "Miss Tibet" posiert sie und erregt dadurch den Unwillen der Pekinger politischen Schicklichkeitswächter: Wenigstens "Miss Tibet-China" müsse sie sich nennen.
 
 
 

 "Blue Goals" für Shanghai

Für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 will Lichtkünstler Michael Batz 300 "Blue Goals" über Hamburgs Dächern aufglimmen lassen. Das erste dieser Gebilde, die ungefähr fünf mal sechs Meter messen, also wenig mit einem Fußballtor gemein haben, knipste Bürgermeister Ole von Beust an, über dem Gebäude Heegbarg 30 in Poppenbüttel. Nach dem Ende der Aktion sollen diese Lichtquellen, die angeblich Hamburger Blau verströmen, in die Partnerstadt Shanghai verschifft werden. Die ersten Anwohner haben sich bereits beschwert: "Ein weiterer Meilenstein in der Verschandelung des Alstertals!" Ob Shanghai sich freuen wird?
 
 
 

 Leidüberwindung für den HSV

Die Bundesliga hat ihren Betrieb wieder aufgenommen. Bereits zweimal hat der HSV gesiegt und fünf Tore, ohne Gegentor, fabriziert: einmal nach gutem Spiel, einmal glücklich. Vielleicht hat Trainer Thomas Doll Buddhas Lehre von der Leidüberwindung, an der er "ein bißchen geschnuppert" hat, auch in das Mannschaftstraining umsetzen können. Für seine privaten Gegebenheiten hat er ihr jedenfalls bereits entnommen, daß "ich erst durch meine Verletzungen erkannt habe, daß man sich selbst nicht so wichtig nehmen darf." – Im Oktober hat der HSV die Nationalmannschaft Chinas zu Gast.
 
 
 

 Poster für Partnerstädte

Aus dem Jungfernstieg soll demnächst ein Prachtboulevard werden, der von Hamburgs Weltläufigkeit zeugt. Ein wenig beiläufiger tut das jetzt schon die U-Bahn-Station unter der Erde. Ein Teil der weitläufigen Gänge heißt "Passage der Städtepartnerschaften". Große Poster (siehe Abbildung) erinnern den Vorübereilenden an die wenigen Städte, mit denen die Freie und Hansestadt eine solche Partnerschaft schloß: aufschlußreiche Namen! Auch Shanghai ist hier vertreten – durch ein so einprägsames wie charaktervolles Gesicht.
 
 
 

 Eichhörnchen für Studenten

Einen Schüleraustausch mit Hamburgs Partnerstadt organisierte das Eurovacances Youth Exchange GmbH. Eine Gruppe von Shanghai-Schülern sollte vom 13. bis 22. August die Hansestadt kennenlernen. Was werden sie in Erinnerung behalten? Ein Student aus Shanghai freute sich jedenfalls über die Eichhörnchen im Stadtpark. "Bei uns in Shanghai laufen nur Enten durch die Grünanlagen", meinte er.
 
 
 

 Sprachkurs für Studenten

Summer School am AAI
Summer School am AAI
122 Studierende der Germanistik aus Ostasien bevölkern in diesen Tagen die "summer school", die das Asien-Afrika-Institut der Universität veranstaltet. Sie kommen aus Japan, Korea und Taiwan und wollen den ganzen August über ihre Deutschkenntnisse verbessern. Hierbei hilft ein wohlbedachtes und bewährtes Betreuungssystem. – Im nächsten Jahr sollen auch Studierende aus der VR China zu dieser "summer school" kommen.
 
 
 

 Buddhas für Balkone

Das "Alster-Magazin" gab am 13. Mai 2005 Ratschläge für ein gepflegtes Gartenambiente oder für einen topfplanzenbestückten Balkon. "Entspannung ist das Ziel" war der Titel, der das allvertraute "Der Weg ist das Ziel" geistreich abwandelte. Es empfahl unter anderem: "Perfekt als Entspannungshilfe geeignet sind Buddhafiguren." Allein schon ihre Anschauung und eine damit verbundene Reflektion beseitigten Alltagsstreß, außerdem: "Die schönen Figuren werten auch den kleinsten Garten auf."
 
 
 

 Qi Gong für Flutopfer

Acht hansestädtische Übungsleiter für Qi Gong, die chinesische Entspannungsgymnastik, stehen anscheinend jeden Mittwoch und Sonnabend um 8.30 Uhr im Stadtpark bereit, um Interessenten durch das Freisetzen der lebensenergetischen Qi-Flüsse im Leib den Alltag wohlbefindlicher zu gestalten. Die dann freigesetzte Energie sollen die Teilnehmer weitergeben – in Form von Geldspenden für Tsunami-Opfer. Auskunft: 040/ 696 11 71.
 
 
 

 Taoistisches für das Mahl

Noch bis zum 21. August hält das Restaurant Tsao Yang im Hotel Atlantic ein besonderes Angebot bereit. Für 59 Euro gibt es ein Yin-Menu und ein Yang-Menu. Am besten speist man dort zu Zweit, denn wenn ein Gast ein Yang-Menu ordert, bekommt sein Mitesser das Yin-Menu umsonst – und umgekehrt. Was rät wohl das Tsao Yang: Soll ein Mann das Yang-Mahl verzehren, weil Yang das männliche dieser beiden Urelemente ist, oder besser die weibliche Yin-Kost zu sich nehmen? Jedenfalls weisen einige Gerichte dieser Menus Eigenheiten auf, die an Männ- und Weiblichkeit erinnern. Ein rechtes Schlitzohr scheint dieser Koch zu sein, und in allen Einzelheiten können diese Menus vor allem Liebespaare genießen, die schon ein wenig vertraut miteinander sind.
 
 
 

 Pastoren für Hongkong

Das Kellinghusener Pastorenehepaar Ute Reckzeh und Sven Salzmann wird künftig in Hongkong predigen, wo in der 160-Quadratmeter-Wohnung das Wohnzimmer zugleich das Gemeindezentrum bildet, während für Gottesdienste die Aula der Deutsch-Schweizerischen Schule vorgesehen ist. Zur Gemeinde gehören nur einige dutzend Familien, deutschsprachige Gläubige, die beide sechs Jahre lang betreuen sollen, einige evangelische Christen auf Taiwan dazu. Auf "Hähnchen süß-sauer" für die vierjährige Tochter freut sich Frau Pastorin vor der Abreise. Hoffentlich wird sie sich nebenbei auch für chinesische evangelische Christen interessieren.
 
 
 

 Nacktbäuchlein für Hamburg

Bai Ling Der Welterfolg ostasiatischer Filme hat längst auch Hamburg beeindruckt. Gegenwärtig, Mitte August", sind drei neue Filme zu sehen: "Bin Jip" des Südkoreaners Kim Ki-Duk, "Die Höhle des gelben Hundes" der Mongolin Byambasuren Davaa, und "Dumplings" von Fruit Chan. "Ein Traum von Film" haben Kritiker die beiden erstgenannten Streifen genannt, Dumplings dreht sich um eine kannibalistische Köchin und bemüht sich um vergleichbare Tabubrüche. Dessen Protagonistin Bai Ling trägt seit ihrer Mitwirkung an der Berlinale-Jury mit Fassung den Spitznamen "Berlinackte". Bereits im Jahre 1998 wurde Bai Ling in den USA, wo sie lebt, in eine Liste der 50 schönsten Frauen der Welt aufgenommen. Demnächst ist sie ganz im "Playboy" zu betrachten, ihr Bäuchlein schon hier (siehe Abb.).
 
 
 

 Zeichen für den Raum

In den USA, in New York, lebt seit 1995 auch der Choreograph Shen Wei, der aus einer Pekingopern-Familie stammt. Er leitet eine Kompanie mit dem Namen "Dance Arts". Am 17. August eröffnete er das Laokoon-Festival auf Kampnagel, mit einer Interpretation des "Frühlingsopfer" von Igor Strawinsky. Ein manchmal kitschig anmutendes Körpertheater entfalten die Tänzerinnen und Tänzer von "Dance Arts", die nicht selten auf dem Boden liegen. "Zeichen im Raum" sollen sie sein, meint ihr Chef, und mit ihren Leibern und Gliedern "Action-Bilder" auf den Bühnenboden malen: ein hübsches Puzzle.- Die Kritiker zeigten sich ein wenig gelangweilt.
 
 
 

 "Yang Ming" für die Volksrepublik

Beim Aufräumen besah der Berichterstatter eine zum "Hamburg Summit" im November 2004 erschienene "Special Edition" des "HSH Nordbank Asia Report": ein Prospekt eher, acht Seiten a4, Hochglanz. Seite 2, nach der Titelseite, füllte Vorstandvorsitzender Alexander Stuhlmann mit einem Beitrag: "The Baltic Sea region and China – combining individual strengths for mutual benefits", ein kleines Porträtfoto von ihm dazu. Auf Seite 3 war Generalkonsul Ma Jinsheng abgebildet. Er schrieb über "Strengthening dialogue, cooperation and mutual development". So weit, so gut.

Die wichtigen Binnenseiten 4 und 5 galten dann dem Thema "China and Hamburg Port – a strong connection". Wahrhaftig! Ein Drittel von Seite 4 nahm ein Foto ein, das ein Container-Schiff zeigte. Unübersehbar war der Name der Rederei: YANG MING. Bei diesem Anblick läßt sich heiter raten, was die Verantwortlichen gerade dieses Bild auswählen ließ. YANG Ming ist nämlich ein Taiwan-Unternehmen. Vielleicht ist die Bildwahl bloß auf Schusseligkeit oder Unkenntnis zurückzuführen. Wahrscheinlich wollte jemand durch sie, auf bankerhaft diskrete Weise, andeuten, daß die renommierte NSH-Nordbank, die ehemalige Hamburger Landesbank, Taiwan als Bestandteil der VR China ansieht. Ob auch Generalkonsul Ma sich über die Subtilität dieser Versicherung freute?

Eine jüngste Umfrage unter 560 Führungskräften in der deutschen Wirtschaft ergab, daß sie sehr entscheidungsfreudig seien, daß sie diese Entscheidungsfreude aber am liebsten alleine genießen, denn 83,6 Prozent meinten, vor allem innerbetriebliche Mitwirkende an Entscheidungsprozessen sorgten für blockierende und behindernde Auswirkungen. Stolze 87,8 Prozent sehen ihre Datenquellen und Hintergrundberichte für ihre Entscheidungsfindungen als ausreichend an. War Vorsitzender Stuhlmann sich tatsächlich bewußt, daß YANG MING ein Taiwan-Unternehmen ist?
 
 
 

 Flaschenpost für Shanghai

Am 22. August berichtete das "Abendblatt", ein Hamburger Brautpaar habe anlässlich seiner Vermählung eine Flaschenpost in die Elbe geworfen. Nach nur vier Monaten sei die eingelegte Karte per Post zurückgekehrt – aus der Partnerstadt Shanghai und mit einer chinesischen Aufschrift versehen. "Niemand konnte sie anfangs übersetzen." Das gelang erst einem Kellner in einem Chinarestaurant, aber nicht so ganz richtig. Was immer es mit dieser Flaschenpost auf sich hat – über die Elbe und die Weltmeere kann sie nicht nach Shanghai gelangt sein, schon gar nicht in dieser Zeit.
 
 
 

 Vorfreude für "China Time"

Irgendwann im Juli mußte der Berichterstatter wieder einmal zu einem zu haltenden Vorträglein eilen – diesmal vor der Hamburger China-Gesellschaft und zum Thema Shanghai in den 1920/30er Jahren, im Hamburg-Haus Eimsbüttel. In dem nahegelegenen kleinen Park wollte er müßig noch eine Zigarette schmöken und strebte einer einsamen Bank zu. Auf der nächstgelegenen saßen zwei alte Bekannte – ein in Hamburg lebender chinesischer Künstler und ein Mitglied dieser Gesellschaft.

Schnell kam das Gespräch auf die "China-Wochen" 2006, deren Vorbereitung doch schon 2004 begonnen habe – und erste Gespräche darüber hätten doch stattgefunden. Über den Fortgang habe man aber nichts gehört, und man wolle sich doch engagieren. Der Berichterstatter, der immerhin schon wußte, daß die "China-Wochen" 2006 "China Time" heißen sollten, hüllte sich in Schweigen. Die Senatskanzlei habe die Planungen an sich gezogen und er, ein hansestädtischer Beamter seit 25 Jahren, sehe den Vorgaben seines Dienstherrn freudvoll, erwartungsfroh und einsatzbereit entgegen.

Nicht nur an diesem Frühabend nahm er solches Rätseln wahr, ein augenscheinlich enttäuschtes. Indes, "Chinawochen" hat Hamburg, wie ersichtlich, das ganze Jahr über. Hinzukommen schließlich noch die zahlreichen Veranstaltungen über China und die noch zahlreicheren Verbindungen mit China, die Personen und Institutionen pflegen und von denen in den vorstehenden Notizen nicht die Rede sein sollte. Freuen wir uns also auf "China Time" Ende September 2006!
 
 
 [China - Hamburg]   [ChinaS]   [Schreibtisch-Notizen]   [Chinatexte] 
 
Seitenanfang Hauptseite Suche & Archiv Impressum