Hamburger China-Notizen: zum Anfang Nr. 4 China-Hamburg jetzt und einst ChinaS jetzt und einst ChinaS
jetzt und einst
Notizen von einem nächtlichen Schreibtisch Deutsche Chinatexte
 

Examenslust im ChinaS

Nach einer jüngst veröffentlichten Statistik haben in den Jahren 1995 bis 1998 im Fachbereich Orientalistik der Universität Hamburg in dessen sechs Seminaren/Instituten insgesamt 220 Studierende das Magisterexamen abgelegt. 92 dieser Examen, also 41.8 %, fanden im ChinaS statt. Mit deutlichem Abstand folgen das Japan-Seminar mit 48 Examen (21.8 %) und das Orient-Seminar mit 42 Abschlüssen (19.1 %). Erheblich weniger Abschlüsse weisen das Afrika-Institut (19, 8.6 %), das Indien-Institut (12, 5.5 %) und das Indonesien-Seminar (7, 3.2 %) auf. Diese Zahlen erscheinen als bemerkenswert, weil die vier erstplazierten Seminare/Institute nach Zahl der Studierenden und der Lehrkräfte eine vergleichbare Größenordnung zeigen.

chinas1

 

Was erklärt, daß die Studierenden der Sinologie derart häufiger Examen machen als die in den vergleichbaren Fächern? Wahrscheinlich ist ihre Motivation, den Studienabschluß zu erreichen, deshalb größer, weil die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt für sie derzeit nicht schlecht sind. Beigetragen haben dazu wohl auch eine entsprechend intensive Betreuung durch Lehrkräfte und der Umstand, daß die meisten bereits durch Praktika oder ähnliche Möglichkeiten Annäherungen an künftige Berufsfelder gefunden hatten.

Bei den insgesamt 52 Doktor-Promotionen (für den Zeitraum 1996 bis 1998) und Habilitationen (für den Zeitraum 1993 bis 1998), den höheren akademischen Abschlüssen, liegt das ChinaS immerhin gleichauf mit dem Afrika-Seminar auf Platz 2 (je 11 solcher Abschlüsse). Mit 12 dieser Examen führt das Orient-Seminar. Es folgen das Indien-Institut (9), das Japan-Seminar (6) und das Indonesien-Seminar (3).

Die Beobachtung, daß das Indonesien-Seminar jeweils auf dem letzten Platz rangiert, ist gewiß auch darauf zurückzuführen, daß es -nach Studentenzahl und Personalausstattung- die kleinste Einrichtung des Fachbereichs ist. Andererseits deutet die relativ hohe Plazierung des Indien-Instituts bei den Promotionen und Habilitationen (im Unterschied zu den Magister-Examen) an, daß dort vor allem die höheren akademischen Weihen wertgeschätzt werden.

Vielleicht, fügt der Berichterstatter hinzu, spielen bei solchen Dingen auch ganz andere Faktoren eine Rolle. Die anderen Seminare/Institute des Fachbereichs sind in Rotherbaum-Villen und vergleichbar eleganten Räumlichkeiten untergebracht. Das ChinaS (wie auch das JapanS) müssen sich hingegen mit einer Bleibe im Philturm bescheiden, welche die beigefügten Bilder hinlänglich illustrieren. Derlei Ambiente lädt nicht gerade zu behaglich studierendem Verweilen ein.

 

 
 
 

777 illegale Internet-Cafés in Shanghai

Das Aprilheft der "Mitteilungen" der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland-Handelsförderung/Delegiertenbüro der Deutschen Wirtschaft Beijing traf jetzt auch in Hamburg ein. Zwei interessante Artikel berichten über die Internetsituation in Shanghai und die dortige Automobilindustrie. Auch weitere Berichte und Materialien legen die Empfehlung nahe, diese "Mitteilungen" regelmäßig zu lesen.

Das Titelblatt gibt, wie gewohnt, die Ergebnisse einer "Managerumfrage" wieder. Diesmal ging es um den "e-commerce" im Zusammenhang mit deutschen Chinafirmen. Die Ergebnisse erscheinen nicht als durchaus erfreulich. Allerdings sind die nur dreißig Antworten nicht repräsentativ.

 
 

HSG-Jahresbericht 1999

Zur Jahresversammlung der Hamburger Sinologischen Gesellschaft (HSG) am 5. Mai 2000 erschien deren "Jahresbericht 1999". Dieser dokumentiert in 25 kurzen Beiträgen, mehr als 40 Illustrationen dazu, die Aktivitäten der HSG im Berichtsjahr. Dieses zählt stets von Hauptversammlung zu Hauptversammlung. Ferner orientiert der Bericht im zweiten Teil über wichtige Vorgänge im ChinaS.

Die Themen der Beiträge reichen von "Geschäftsbericht 1999" (mit erfreulichen Einzelheiten zu Finanzen und Mitgliederentwicklung der HSG) über "Hamburger Chinakompetenzen und die Neuen Medien" bis zu Erinnerungen an den heute 85jährigen Liu Mau-Tsai, der bis 1980 am ChinaS wirkte, und einer Notiz über "vielgefragte Sinologen".

HSG-Mitglieder erhalten ein Exemplar des Jahresberichts kostenlos. Außenstehende können ihn zum Preis von 15 Mark bestellen.

chinas5
 

Magister Andreas Gruneberg

andreas gruneberg

Anfang Mai kam er mit einem riesigen Koffer ins ChinaS! Da ließ sich leicht denken, er sei -hier oder dort- "herausgeflogen"!

Andreas Gruneberg hatte sein Magisterexamen im März 2000 abgelegt. Seine Examensarbeit verfaßte er zu einem Thema, das nicht ohne Brisanz war: "Der Begriff minzuyishi ("Nationalbewußtsein") in der zeitgenössischen chinesischen Ethnologie".

Gleich nach dem Examen mußte er nach München aufbrechen. Dort hatte ihn Norbert Pautner, ein Absolvent des ChinaS, für seine Medienagentur engagiert, wie auch andere Hamburger Sinologen davor. - In Grunebergs Riesenkoffer befanden sich auch nur Arbeitsunterlagen für Projekte, die in Hamburg weiterbearbeitet werden sollten. Offenbar hat die Agentur Norbert Pautner gut zu tun.

 
 

Endlich wieder ein "ORIENS EXTREMUS"!

Mit einiger Verspätung erschien jetzt als Doppelheft der Jahrgang 41 (1998/99) der Zeitschrift "ORIENS EXTREMUS", deren Redaktion beim ChinaS liegt. Der Wechsel in der Redaktionsleitung von Dr. Reinhard Emmerich, jetzt Professor in Münster, zu Dr. Dorothee Schaab-Hanke erforderte neue Vorgehensweisen, die ihre Zeit brauchten.

Ein Nachruf auf Helmut Martin eröffnet den 270 Seiten starken Band. Zehn Aufsätze folgen, die Themen aus dem Zeitraum vom chinesischen Altertum bis zum 20. Jahrhundert behandeln. Einen Schwerpunkt des Bandes bilden Beiträge zur -bislang weitgehend vernachlässigten- sinologischen Textkritik. Auch zu aktuellen politischen Problemen findet sich Hintergründiges: über Korruption zum Beispiel, mit dem Untertitel "Zur Funktionalität von Normverletzungen im alten China".

Acht Rezensionen sinologischer Neuerscheinungen schließen den Band ab. Das nächste Heft wird gerade vorbereitet, um die Erscheinungsweise im Jahr 2000 wieder "auf die Reihe" zu bringen.

oe
 
Hauptseite Suche & Archiv Impressum