Hamburger China-Notizen: zum Anfang Nr. 2 China-Hamburg jetzt und einst ChinaS jetzt und einst Notizen von einem nächtlichen Schreibtisch Deutsche Chinatexte Deutsche Chinatexte
 
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Kalter Tee und Nudeln

Das diesjährige Märzheft der SPAR-Hauszeitschrift ist eine wahre Fundgrunbe für den Chinaliebhaber. Neben "Feng Shui" propagieren zwei Seiten das neue Kultgetränk Kombucha: verbessert die Darmfunktion, bewirkt reine Haut, erfreut auch sonst. Das Etikett verheißt noch mehr: Reinigung der Seele. "Kombucha kannte man schon in der Tsin-Dynastie (221 v. Chr.)," steht auf jeder Flasche. Woher man das wohl weiß? Dieses kurzlebige Herrscherhaus bestand nur von 221 bis 206. Kombucha hat ihm jedenfalls nicht geholfen.

In der Flasche befindet sich kalter Kräutertee, durch fermentierte Zutaten aufgepeppt. Die Mischung schmeckt nicht einmal übel - doch für 7 Mark 99?

 

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Im gleichen Heft preist SPAR auch tiefgefrorene Frühlingsrollen als "exotische Verführung" an, dazu Kasseler mit Chinakohl. Da konnte das "Hamburger Abendblatt" nicht nachstehen. In der Wochenendausgabe vom 18./19. März rühmte es - ebenfalls tiefgefrorene - "Teigtaschen in scharfer Sauce" und schrieb über China und die Nudeln:

"Fest steht, dass überall dort, wo Getreide angebaut wurde, Menschen auf die Nudel-Idee kamen, so vor 4000 Jahren die Chinesen. Aus China stammt das auf Pergament geschriebene, älteste Nudelrezept der Welt: Nudeln mit Hühnerfleisch."

Jede Einzelheit an dieser "Nudel-Idee" und China ist falsch, und welcher Liebhaber chinesischer Küche geht schon an die Tiefkühltruhe.

 
 
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