Hamburger China-Notizen: zum Anfang Nr. 17
13. Juni 2002
China-Hamburg jetzt und einst ChinaS jetzt und einst Notizen von einem nächtlichen Schreibtisch Notizen von einem
nächtlichen Schreibtisch
Deutsche Chinatexte
 
         
 

Ein Scherzspiel von Literaten?

Su Shih (1037-1101), bekannter unter seinem Literatennamen Su Tung-p'o, darf als einer der bedeutendsten Literaten der chinesischen Tradition gelten. Ein vortrefflicher Kalligraph (siehe Abb.) war er gleichermaßen - und manches andere dazu: ein bedeutender Beamter, ein Gourmet, vor allem jedoch ein gewaltiges Lästermaul. Sein lockeres Mundwerk soll ihm manches Ungemach bereitet und ihn einmal sogar in die Nähe einer Hinrichtung gebracht haben, wegen Majestätsbeleidigung durch ein Gedicht.

Su Shi Kalligraphie

Sein umfangreiches poetisches Werk bietet so viele unvermittelte Einblicke in sein Leben, und die Fülle des von anderen über ihn Erzählten ist so groß, daß er mir manchmal als der erste Mensch in China erscheint, dessen Persönlichkeit faßbar wird - und zwar nicht als Schemen oder als Stilisierung, sondern als Individuum. Unter seinem Namen hat die chinesische Tradition einige kurze Texte bewahrt, die scherzhaften Charakters sind. Vielleicht hat er sie geschrieben, vielleicht nicht, denn um ihn kursierten auch bald richtiggehende Witze, die zu einer solchen Zuschreibung Anlaß gegeben haben mögen. Einer dieser Texte hat den seltsamen Titel Tsa-tsuan, er wird auch Su's Bruder Su Ch'e zugeschrieben. Eine Leseprobe daraus:

Nicht freut sich des Lebens

- wer als Fußgänger zu enge Schuhe trägt,
- wer zu einem hohen Beamten zu einem Festmahl muß,
- wer bei brütender Sommerhitze ins Examen geht,
- wer in einem finsteren Gefängnis in Ketten liegt,
- wer eine eifersüchtige Frau hat, die genau aufpaßt,
- der kleine Junge, der erstmals in die Schule muß,
- der Beamte, der auf einen strengen Vorgesetzten trifft.
Unter einem Stichwort (insgesamt enthält der Text mehr als zwanzig), das eine allgemeine Lebenssituation nennt, werden alltägliche Beispiele genannt, die auf eben diese Situation zutreffen. Weder die Formulierung der Lebenssituation, noch die Beispiele zu deren Illustrierung folgen einem einheitlichen Schema, obwohl mancher Formulierungstyp wiederkehrt. Kurz sind die Beispiele allemal, bestehen aus nur wenigen Schriftzeichen:

Unlernbar ist

- Unsterblichkeit,
- von Natur schlagfertig zu sein,
- an Talent und Wissen andere zu übertreffen,
- Kampfgeist zu haben,
- essen und trinken zu können,
- bei der Wahrnehmung von Amtsgeschäften mutig zu entscheiden.
Manche dieser Beispiele sind nicht ohne weiteres verständlich. Wieso soll man nicht lernen, essen und trinken zu können? Vielleicht spielen solche Beispiele dann mit anderen Verständnismöglichkeiten für das Thema, zum Beispiel hier: Was man nicht lernen muß. Dazu paßte dann allerdings nicht die letzte Formulierung, die eine gelinde Kritik am Beamtenverhalten erkennen läßt.

Nur zwei Handvoll Texte mit dem Titel Tsa-tsuan sind aus der Überlieferung bekannt. Der älteste geht unter dem Autorennamen Li Shang-yin (812-858), auch er ein bedeutender Dichter. Aus dessen Tsa-tsuan hat vor einiger Zeit der Kölner Sinologe Martin Gimm übersetzt (Hefte für Ostasiatische Literatur 24). Bei dieser Gelegenheit übersetzte er Tsa-tsuan mit "Vermischte Epigramme". Ganz glücklich bin ich nicht hierüber. Zwar sind diese Formulierungen epigrammatisch kurz, doch es fehlt ihnen an literarischer Formung, um sie dem Epigramm vergleichbar zu machen. Vielleicht läßt sich vorstellen, daß sich hinter den Tsa-tsuan eine Art Gesellschaftsspiel verbirgt - je nachdem, beim Wein oder in ernsteren Zusamenhängen geübt. Jemand gibt das Stichwort vor, und jeder in der Runde muß ein Beispiel dafür finden. Hierzu paßte, daß die Beispiele sehr unterschiedlich ausfallen, zwischen Betulichkeit und Sarkasmus schwankend:

Unvergeßlich sind

- die Erziehungsweisen der Eltern,
- gute Freunde,
- die Orte, an denen man Wohltaten empfing,
- sinnträchtige literarische Texte,
- die Bücher, die man in der Jugend auswendig lernte.
Die Antworten im Tsa-tsuan des Su Shih/Ch'e klingen eher betulich. Witz zeigt sich selten in ihnen, noch seltener der Sarkasmus, der bei Li Shang-yin anzutreffen ist. Desungeachtet könnte eine systematische Untersuchung solcher Texte manchen Einblick in Alltags-Sterotype der chinesischen Vergangenheit vermitteln, zum Beispiel: Es schämt sich - die buddhistische Nonne, die ein Kind aufzieht. Oder:

Unabänderlich sind

- der Hang zu Klatsch und Tratsch,
- die Neigung, Lügenmärchen zu erzählen,
- die Vorliebe, sich über andere lustig zu machen,
- die Maßlosigkeit sexueller Begierde,
- die Neigung von Wirrköpfen, Literatur zu schreiben,
- die Dienerin, die zur Ehefrau wird und ihr altes Verhalten beibehält,
- die Katze, die Speisen stiehlt,
- der ungeratene Sohn, der das Glücksspiel liebt.
Usw. usw. Ein solches Spiel ließe wohl auch heute neu beleben.
 
 
 

Annäherungen an Konfuzius

« Teil 5, HCN 16
 
 

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26
Wie hörte sich der Familienname des Konfuzius an?

Natürlich vermittelten auch im Alten China die Familiennamen, je nach ihrer Bildung und Herkunft, inhaltliche Assoziationen, die dann wohl ihren Trägern ebenfalls anhafteten. Schon früher hatten in diesen "Annäherungen" die Namen von Konfuzius-Schülern oder anderen Gefolgsleuten wie Ch'i-tiao, "Lackschnitzer", und Yüeh-cheng, "Ordner der Musik", auf die Herkunft solcher Namen aus einem Gewerbe oder einem höfischen Amt hingewiesen. Andere Familiennamen deuteten an, daß ihre Träger aus einer bestimmten Stadt oder einem bestimmten Staat stammten, und noch viele andere Arten der Familiennamensfindung sind bekannt. Dieser Prozeß war zu Zeiten des Konfuzius noch lange nicht abgeschlossen.

Ulrich Unger hatte ("Annäherungen" 10) den Familiennamen des Konfuzius auf Verse im klassischen "Buch der Lieder" zurückgeführt. Welche Bedeutung hatte dieses Wort k'ung, das dann zum Familiennamen K'ung wurde? - Die Abbildung zeigt den Meister in dem ihm gewidmeten Tempel in Ch'ü-fu.

B. Karlgren nennt in Grammatica Serica Recensa, einem Wörterbuch für das Klassische und Vorklassische Chinesisch die Bedeutung "very, good" und gibt als locus classicus eben das "Buch der Lieder" an. Er kennt ferner die Bedeutung "leer" und verweist dafür auf Lao-tzu. Daneben kennt er k'ung noch als Bestandteil der zweisilbigen Bezeichnung für den Fasan. Wohlvertraut ist dem Leser der klassischen und spätklassischen Literatur auch noch die Bedeutung "Öffnung, Loch". Unger verzeichnet in seinem "Glossar des Klassischen Chinesisch" hingegen nicht eine einzige Wortbedeutung, sondern kennt k'ung nur als Familiennamen. Wie paßt das zusammen?

Gut 150 Vorkommen des Schriftzeichens k'ung lassen sich in der vorklassischen, klassischen und spätklassischen Literatur nachweisen, in denen k'ung nicht Familienname ist. Als klassische Literatur gilt hierbei die aus dem 5. bis 3. Jh. überlieferte. Ältere Texte gehören zur Vorklassik, spätere bis ungefähr zum Jahre 200 n.Chr. sollen als spätklassisch bezeichnet werden. (Vorkommen in Shih-chi und Han-shu sowie in poetischen Texten wurden aus unterschiedlichen Gründen nicht berücksichtigt.) Knapp 70 von diesen 150 Vorkommen finden sich im vorklassischen "Buch der Lieder" und jedesmal in dem Sinne von "sehr/groß", vielleicht "vortrefflich", obwohl die vorklassische Literatur dem Umfang nach nur einen verschwindend kleinen Teil der untersuchten Texte ausmacht. Einige Belege im Shu-ching, "Buch der Schriften", kommen hinzu, wohl aus dessen vorklassischen Teilen.

In den zentralen Textsammlungen der klassischen Literatur kommt das Zeichen k'ung beinahe nur noch als Name vor. Wenn es in anderer Bedeutung vorkommt, dann handelt es sich um Zitate aus dem "Buch der Lieder" oder, in erkennbarer Weise, um Zitate aus anderer, jedoch ebenfalls älterer Literatur.

Zu Lebzeiten des Konfuzius dürfte das Wort, das zu seinem Familiennamen wurde, keinerlei inhaltliche Assoziationen geweckt haben. Es war eine Worthülse ohne jeden Sinn geworden - wohl anders als Familiennamen wie "Lackschnitzer" oder "Ordner der Musik" oder gar Ssu-ma, "Marschall". Allein wenige Gebildete mögen, wenn sie den Familiennamen des Konfuzius hörten, der alten Bedeutung "sehr/groß/vortrefflich" gedacht haben.

Erst zum Ausgang der klassischen Zeit, in Textsammlungen wie Han Fei-tzu, und dann vermehrt in der Han-Zeit begegnet das Schriftzeichen k'ung wieder häufiger, jetzt mit der Bedeutung "leer/Öffnung/Loch". Das bedeutungsleer gewordene Schriftzeichen wurde offenbar zur Schreibung eines ähnlich oder gleich lautenden Wortes benutzt, für das eine spezifische Schreibung fehlte. Die nicht unbedingt positive Bedeutung "leer/Loch" hat die Wahrnehmung des Konfuzius offensichtlich nicht mehr beeinflussen können. Sein Name hatte sich schon verselbständigt.

Im Bewußtsein mancher Gelehrter blieb aber die vorklassische Bedeutung "sehr/groß" bewahrt. Sie verwendeten es in "archaisierender" Weise, wenn sie Ausdrucksweisen nachahmen wollten, die schon jahrhundertlang außer Gebrauch gekommen waren. Das tat bei k'ung zum Beispiel öfter der Autor der sung, "Preislieder", im spätklassischen Lieh-nü chuan, "Überlieferungen über ausgezeichnete Frauen". Dieser ahmte den Stil einiger Texte im "Buch der Lieder" nach und verwendete k'ung deshalb in der alter Bedeutung.

Von hierher betrachtet, verdienen drei Vorkommen von k'ung besonderes Augenmerk. Sie finden sich in den beiden Versionen eines Liedes ("Annäherungen" 19), das Konfuzius in den Mund gelegt wurde, und tragen noch den alten Wortsinn. Vielleicht sind sie auch hier als sinnfällige Archaismen zu betrachten. Andererseits läßt sich nicht ohne weiteres ausschließen, daß dieser Konfuzius in den Mund gelegte Text tatsächlich von ihm stammt. Jedenfalls die Verwendung von k'ung in diesem Text paßte zu einer solchen Erwägung.

Sicheres läßt sich den Überlieferungen über Konfuzius selten entnehmen. Manches spricht, hier und dort, dafür, daß Konfuzius sich in Lehrdichtungen geäußert habe. Vielleicht bietet die Verwendung von k'ung in diesem vehementen Gesang Anlaß zu dessen gründlicherer Untersuchung, die dann -ebenso vielleicht- ein weiteres Steinchen dem Mosaik solcher Eindrücke hinzufügte. - Zwei Postskripte zu dieser Notiz:

- Ulrich Unger verwies auf drei Verse im "Buch der Lieder", die zum Familiennamen des Konfuzius geführt haben könnten. Er mochte sich nicht entscheiden, welcher das tatsächlich war. Ich neige, am nächtlichen Schreibtisch, dazu, hierfür ein Verspaar im Lied 220 in Anspruch zu nehmen. In der mehr als ein Jahrhundert alten, oft jedoch unübertroffenen Übersetzung von Victor von Strauß lautet es:

"Weintrinken ist gar schön und gut,
Doch nur, wenn man's fein sittig thut."
Mit "schön" übersetzte von Strauß hier das k'ung, und manche Verse des klassischen "Buch der Lieder" klangen vielleicht dereinst tatsächlich wie Wilhelm Busch - allerdings nicht in diesem Teil dieses Werkes.

- Alles, was auch dem genaueren Leser klassischer chinesischer Texte in den interpretierenden Sinn kommt, bedarf vielfacher Überprüfung. Der Familienname Ch'i-tiao bedeutet zwar, übersetzt, "Lackschnitzer". Er könnte jedoch auch "Schnitzer aus Ch'i", einem wohl unbedeutenden Ort im Staate Lu, meinen. Dann wäre der soziale Rang dieser Konfuzius-Anhänger erheblich geringer gewesen als bei einem Lackschnitzer, der Luxusgüter fertigte - und dieser Namen-Einblick in die Zusammensetzung der Schüler- und Nachfolgeschaft des Konfuzius veränderte entschieden manche Interpretation. - Indes, es gibt Mittel und Wege, zwischen dem Namensverständnis "Lackschnitzer" und "Schnitzer aus Ch'i" begründet unterscheiden zu können.

27
Die Nachbarn von Lu

Die Lehren des Konfuzius lassen sich schwerlich ohne eine angemessene Kenntnis der Zeitverhältnisse, unter welchen sie formuliert und überliefert wurden, verstehen. Hierzu gehört das Bewußtsein, daß sich die "Welt" des Konfuzius in beinahe jedweder Hinsicht in Umbrüchen befand, und es war auch keineswegs eine einheitliche Welt, ein China, in welchem er lebte.

Karte

Das gilt für die politische Ordnung dieses geographischen Raumes in dieser Zeit. Zwar lehrt die chinesische Überlieferung, damals habe eine dritte Herrscher-Dynastie, die Chou (um 1050 bis 256), über China geherrscht, in Jahrhunderten des Niederganges zwar, doch immerhin. Eine Betrachtung der Nachbarstaaten von Lu, dem Heimatstaat des K., soll erste Einblicke vermitteln:

Lu war eine Markgrafschaft, die der Dynastiegründer der Chou, König Wu, seinem jüngeren Bruder Tan, Herzog von Chou, zugedacht hatte. Aufgrund seiner herausragenden Rolle am Könighof der Chou trat der dieses Lehen nicht an, sondern erst sein Sohn Po-ch'in. Das Fürstenhaus Lu gehörte also zum Königsgeschlecht Chi.

Ch'i, ebenfalls eine Markgrafschaft, war bei der Dynastiegründung der Chou dem wichtigsten Bundesgenossen der Chou, Lü Wang, als Lehen zugefallen. Dieses schon vordynastische Bündnis wurde durch Heiratsverbindungen mit Chou und Lu regelmäßig erneuert. Das Fürstenhaus gehörte dem Geschlecht Chiang zu.

Sung, ein Herzogtum, war der Nachfolgestaat der zweiten Dynastie, der Shang (16. Jh. bis um 1050). Der Chou-Gründer König Wu schuf es zur Fortführung der Opfer an T'ang, den gerühmten Dynastie-Gründer der Shang. Die Familie des Konfuzius führt ihre Ursprünge auf diese Dynastie Shang zurück, könnte diesem Staat besonders verbunden gewesen sein. Dessen Fürstenhaus gehörte zum Geschlecht Tzu.

Ts'ao, eine Grafschaft, war ein Lehen eines jüngeren Bruders von König Wu gewesen. Es wurde im Jahre 487, also zu Lebzeiten des K., von Sung "ausgelöscht", wie der historiographische terminus lautet, verlor seinen Bestand. Es gehörte zum Königsgeschlecht Chi.

Wei, eine Markgrafschaft, war ebenfalls das Lehen eines jüngeren Bruders von König Wu. So gehörte es ebenfalls zum Königsgeschlecht Chi.

Yen, eine Grafschaft, war Shih, Herzog von Shao, einem weiteren Bruder von König Wu als Lehen zugefallen. Auch dieser Shih übte anscheinend bedeutende Funktionen am Königshof aus. Im Unterschied zu den anderen Nachbarn von Lu ist über die frühere Geschichte von Yen, bis in die Zeiten des K., kaum etwas bekannt. Es lag am Nordost-Rand der altchinesischen Staatenwelt. (Die Karte deutet seine Lage lediglich an.)

Chü, eine Freiherrschaft, war von König Wu geschaffen worden, um den Nachkommen des mythischen Urkaisers Shao-hao die Fortführung der Opfer an diesen zu ermöglichen. Es wurde 481 von Ch'u ausgelöscht. Es gehörte zum Geschlecht Ying.

Chu, ebenfalls eine Freiherrschaft, sollte, als Stiftung von König Wu, den Nachkommen des mythischen Urkaisers Chuan-hsü die Fortführung der Opfer an diesen gewährleisten. Es gehörte zum Geschlecht Ts'ao. Irgendwann wurde die Schreibung des Landesnamens in Tsou geändert.

Chi, ein Markgrafentum, hat eine nur undeutliche Herkunft. Offenbar ist diese Herrschaft älteren Ursprunges als die Dynastiegründung der Chou. Es gehört zum Geschlecht Chiang und wurde in der Ch'un-ch'iu-Zeit von Ch'i ausgelöscht, wohl 538.

Hsiao-chu, eine Freiherrschaft, wurde einem Angehörigen der Freiherrschaft Chu "wegen Verdiensten für die Chou", als Lehen gegeben. Als Nebenzweig von dessen Fürstenhaus gehört es ebenfalls zum Geschlecht Ts'ao. Es hat den Status eines fu-yung-"Staates", der einer übergeordneten Herrschaft angeschlossen war und dieser dienstbar zu sein hatte.

Bereits diese wenigen Notizen zur Charakterisierung von "Staaten", vielleicht besser: Herrschaften, in der Nachbarschaft von Lu geben einige Einblick in die Strategien der frühen Chou-Herrscher und ihr "Reich".

Sie belehnten enge Verwandte mit Lehnsorten in abgelegenen Gebieten, die ihrer Hauptstadt fern lagen. Ebenso belehnten sie die Nachkommen von tatsächlichen oder angeblichen früheren Herrschaften mit solchen Orten. Vermutlich waren mit solchen Belehnungen größere Migrationen bestimmter Bevölkerungsgruppen verbunden. Die so entstandenen Herrschaften bestanden zu Lebzeiten des Konfuzius größtenteils bereits 500 Jahre.

Die Lehnsordnung schloß ein System von Lehnsrängen ein. Diese Ränge hatten jedoch, zumindest zu Zeiten des K., lediglich zeremonielle bzw. protokollarische Bedeutung, sie spiegelten keinesfalls die politische Macht der Rangträger. Neben diesen regulären Lehen existierten Kleinherrschaften, auch im Gebiet dieser Karte, die in den Quellen selten erwähnt werden. Manche waren nur halbselbständige Herrschaften, sie waren größeren zugeordnet und dienstbar. Die Tradition nannte sie fu-yung-"Staaten". Insgesamt sollen nach Angaben in alten Quellen mehr als 1.500 Herrschaften bestanden haben.

Die Inhaber dieser Herrschaften, vielleicht auch ihre Untertanen, gehörten "Geschlechtern" (hsing) an. Der häufige Ausdruck po-hsing, "Hundert Geschlechter", wird gemeinhin mit "Volk" übersetzt und wohl oft auch Gesamtzahl der Untertanen im "Reich" oder in den "Staaten" verstanden. Tatsächlich handelt es sich bei diesen "Geschlechtern" um Sippen, Sippenverbände, vielleicht gar um eigenständige Ethnien, die im "Reich" der Chou einen lockeren Verbund bildeten. Das System dieser "Geschlechter", das als gesellschaftliches Ordnungssystem mit dem politischen Ordnungssystem der Bildung von "Staaten" oder "Lehnsstaaten" nicht ohne weiteres in Übereinstimmung zu bringen war, dürfte zu Lebzeiten des Konfuzius im Auflösung begriffen gewesen sein. Obwohl die im Sinne einer Reichsstaatlichkeit agierende frühe Geschichtsschreibung wenig Material über diese "Geschlechter" enthält, lassen sich bei manchen in Einzelheiten deutliche Abweichungen von den Normen anderer "Geschlechter" erkennen. Sie dürften zu K.'s Zeiten noch über erhebliche Wirkungskraft verfügt haben.

Zu Lebzeiten des Konfuzius hatte die Zentralgewalt der Chou jahrhundertelang an Einfluß verloren. Einige ihrer Lehnsherrschaften betrieben eine rigorose Expansionspolitik, der viele kleinere Herrschaften zum Opfer fielen. Das deuten bereits diese wenigen Notizen an. Überhaupt fällt auf, wie kleinräumig manche Lehnsstaaten in ihren Anfängen gewesen sein müssen. Nicht für jeden "Staat" ließen allein schon die geographischen Gegebenheiten eine Expansion zu. - Die hier wiedergegebene Karte der heutigen Provinz Shantung kennzeichnet die Lage der Staaten durch die Lokalisierung ihrer Hauptstädte. Das läßt keinen Schluß auf die Ausdehnung dieser Herrschaften zu. Für die Ch'un-ch'iu-Zeit lassen sich in diesem Gebiet gut 230 Ortschaften nachweisen, durch deren Lokalisierung solche Ausdehnung dann annähernd bestimmt werden könnte. Hinzukommt allerdings, daß im Bereich dieser Karte auch Völkerschaften lebten, die als "barbarisch" galten und nicht unter dem Einfluß dieser Herrschaften gestanden haben dürften. Insgesamt deutet sich eine verwirrende Vielfalt politischer Interessen in diesem verhältnismäßig kleinen geographischen Raum an.

Konfuzius hat, den Überlieferungen zufolge, sein Augenmerk selten auf diese Nachbarstaaten von Lu gewendet. Vielleicht lagen sie für ihn zu weit am Rande des "Reiches". Vor allem das mächtige Ch'i, dann aber Sung und Wei, die in Richtung der Zentralstaaten liegen, scheinen für seine Biographie einige Bedeutung gehabt zu haben.

28
Nichts los in Lu unter Herzog Ai?

Wer sich für Leben und Lehre des Konfuzius interessiert, der sollte nicht versäumen, die Überlieferungen über beide vor dem Hintergrund der politischen Entwicklungen zu seinen Lebzeiten zu betrachten. Gesellschaftliche, aber auch politische Ordnungsvorstellungen bildeten schließlich zentrale Konzepte seiner Lehre, und die Überlieferung hat ihm mehrere hohe Positionen in seinem Heimatstaat Lu zugeschrieben.

Der Geschichte dieses Staates Lu widmet Ssu-ma Ch'ien das Kapitel 33 seines monumentalen Shih-chi. Die letzten eineinhalb Jahrzehnte im Leben des Konfuzius, der dem Shih-chi zufolge Lu im Jahre 498 verlassen hatte, fallen in die Regierungszeit des Herzogs Ai von Lu. Diese eineinhalb Jahrzehnte der Geschichte von Lu behandelt Ssu-ma Ch'ien in nur wenigen Zeilen:

494   kein Eintrag
493   kein Eintrag
492   kein Eintrag
491   kein Eintrag
490   Tod des Herzogs Ching von Ch'i
489   Ein Mitglied der Würdenträgerfamilie T'ien ermordet in Ch'i dessen Nachfolger.
488   Der König von Wu greift Ch'i an und fordert beiläufig von Lu Tribute. Der Konfuzius-Schüler Tzu-kung kann dieses Ansinnen abwehren.
487   Wu greift Lu wegen des benachbarten Kleinstaates Chu/Tsou an, Ch'i erobert drei Lu-Städte.
486   kein Eintrag
485   Lu greift die Südgrenze von Ch'i an.
484   Ch'i greift Lu an. Unter dem Einfluß seines Schülers Jan Yu wird Konfuzius aus Wei nach Lu zurückgerufen und kehrt heim.
483   kein Eintrag
482   kein Eintrag
481   Ein Mitglied der Würdenträgerfamilie T'ien ermordet in Ch'i den Herzog Chien; Konfuzius fordert einen Angriff auf diesen Würdenträger, bleibt aber ohne Gehör.
480   Dem Konfuzius-Schüler Tzu-kung (u.a.) gelingt, Ch'i zur Rückgabe eroberter Gebiete zu bewegen.
479   Konfuzius stirbt

Abgesehen davon, daß einige dieser Vorgänge nichts Erkennbares mit Lu zu tun haben, läßt sich diesen dürren Angaben kein Bild der historischen Vorgänge entnehmen. Anscheinend war das kleine Lu in Auseinandersetzungen zwischen dem damals mächtigen Wu und dem noch immer recht bedeutenden Ch'i geraten. Allein Schüler des Konfuzius scheinen für Lu segensreich zu wirken, und Konfuzius soll offenbar als Retter in höchster Not hingestellt werden. Hatte sich in Lu sonst nichts ereignet?

In seinem chronologischen Kapitel 14, das zunächst nur als ein chronologisches Gerüst für andere Teile seines Gesamtswerks erscheint, widmet Ssu-ma Ch'ien den Vorgängen in Lu die zweite Spalte, gleich unterhalb der Spalte für das Königshaus der Chou und vor zwölf weiteren Staaten. Diese herausragende Plazierung ist auf die althergebrachte rituelle Wertschätzung von Lu zurückzuführen.
Auch bei den Eintragungen in dieser Lu-Spalte für die Zeit des Herzogs Ai von Lu verhält Ssu-ma Ch'ien sich auffällig. Zunächst ist bemerkenswert, daß seine Eintragungen ausführlicher als gewohnt ausfallen. Ansonsten entsprechen sie den Eintragungen in Kapitel 33 für die Jahre 488, 487, 485, 484, 481, 480 und 479, zum Teil allerdings mit erheblichen inhaltlichen Abweichungen. Darüber hinaus geben diese chronologischen Notizen Hinweise auf weitere bedeutende Vorgänge in diesem Zeitraum:

492   Erdbeben
483   a.Treffen mit Wu, ohne Nennung des Anlasses
b. Einführung einer neuen Feldsteuer in Lu
482   Teilnahme an der bedeutenden Konferenz von Huang-ch'ih
481   Fang eines "Einhorns", ein übles Omen für die Konfuzius-Biographik.

Wenigstens die Einführung der neuen Steuer dürfte ein einschneidender Vorgang gewesen zu sein, der denn auch in den sonstigen Überlieferungen über Konfuzius eine beträchtliche Rolle spielt. Warum versteckt Ssu-ma Ch'ien ihn hier und behandelt ihn nicht in Kapitel 33, bei der Geschichte des Staates? - Die Eigenart der Geschichtsschreibung des Ssu-ma Ch'ien über die Zeit des Herzogs Ai von Lu läßt sich klarer wohl nur fassen, wenn auch die sonstigen historischen Überlieferungen über diese Zeit geprüft werden.

29
Ein erster Blick auf die Schülerschar

In den frühen Quellen finden sich zwei Listen von Konfuzius-Schülern: Chia-yü 38 und Shih-chi 67. Beide Listen unterscheiden sich deutlich, doch die Unterschiede können nicht darüber hinwegtäuschen, daß sie wohl einen gemeinsamen Ursprung haben. Die Schülerliste im Chia-yü scheint, nach Ausweis früher Zitate in Kommentaren, Enzyklopädien usw., in der Überlieferung einigermaßern gelitten zu haben. Von Cheng Hsüan (127-200), dem großen hanzeitlichen Kommentator, sind Fragmente einer weiteren Schülerliste erhalten. Der Ursprung dieser Schülerlisten liegt im Dunkeln, doch läßt sich schwerlich bezweifeln, daß ihre Angaben im Kern glaubwürdig sind.

Die beiden Schülerlisten CY 38 und SC 67 sind deutlich zweigeteilt. In ihren ersten Teilen enthalten sie neben grundlegenden biographischen Daten noch eine Anekdote über den jeweiligen Schüler, ein Konfuzius-Wort über diesen oder sonstige Einzelheiten zum Leben. Die zweiten Teile beider Listen bieten nur noch grundlegende biographische Daten, meistens nicht einmal vollständig.

Solche grundlegenden biographischen Daten sind: 1. Familienname und persönlicher Name, 2. Mannesname, 3. Herkunftsort oder -staat, 4. Alter im Vergleich zu dem des Konfuzius. Es liegt auf der Hand, daß schon solche Daten interessante Einblicke in die Zusammensetzung dieser Schülerschaft vermitteln könnten.

Beide Listen enthalten, zusammengenommen, die Namen von 86 Konfuzius-Schülern. Diese Zahl verringert sich geringfügig: CY und SC verzeichnen einige Schüler mit Namensformen, die sie auf den ersten Blick als zwei Personen erscheinen lassen, nicht aber auf den zweiten. Der eine oder andere "Fall" dieser Art läßt sich nicht zweifelsfrei entscheiden. Jedenfalls enthalten beide Listen zusammen die Namen von mehr als 80 Konfuzius-Schülern.

Bei einer Betrachtung dieser Namen und der übrigen biograpischen Daten zeigen sich einige Merkmale, die für die Zusammensetzung der Konfuzius-Schülerschaft signifikant zu sein scheinen. Zum Beispiel wiederholen sich öfter bestimmte Familiennamen: vier Ch'i-tiao werden genannt, vier Ch'in, zwei Hsüan, fünf Jan, drei Kung-hsi, zwei Shang, zwei Tseng, acht Yen, zwei Yüan. Diese Zahl solcher Nennungen ließe sich wohl sogar noch vergrößern.

Mindestens 32 von mehr als 80 Konfuzius-Schülern stammen also aus wenigen Familien. Der Grad ihrer Verwandtschaft zueinander ist in der Regel nicht genannt. Die einen stammen, wie andere Quellen zeigen, aus verschiedenen Generationen, andere könnten auch der gleichen Generation ihrer Familie angehören. Zu den vornehmeren Familien ihrer Zeit gehörte keine. - Konfuzius scheint gelungen zu sein, sich in bestimmten Familien eine Gefolgschaft gesichert zu haben. Welche Familien das gewesen sein könnten, zeigen seine Schüler aus der Familie Yen: Konfuzius war der Sohn einer Frau Yen, diese acht Schüler waren also sämtlich Verwandte mütterlicherseits. Hierzu paßt, daß auch ein Neffe des Konfuzius aus der eigenen Familie in diesen Schülerlisten begegnet. Zu weiteren Schülern bestanden andere verwandtschaftliche Beziehungen.
Ein genaueres Bild der Konfuzius-Schülerschaft wäre wichtig für eine Einschätzung der sozialen Gegebenheiten, unter denen seine Lehre ausformuliert und weitergegeben wurde.

 
 

» Teil 7, HCN 18
 
 
 

Worüber der Meister ebenfalls selten sprach

Zwei rätselvolle Abschnitte der "Gespräche" behaupten, der Meister habe nicht über Merkwürdigkeiten, Kraft, Wirrsal und die Götter gesprochen (LY 7.21) und nur selten über den Vorteil, das Schicksal und die Menschlichkeit (LY 9.1). Zwar hat er das -den Aufzeichnungen der "Gespräche" zufolge und erst recht nach Ausweis der sonstigen Überlieferungen- sehr wohl, doch dem Feinsinn solcher dicta soll jetzt nicht nachgespürt werden. Auch der große Literat Yüan Mei (1716-1798) scherte sich nicht um derlei, als er seine Erzählungs- und Notizensammlung Tzu pu yü, "Wovon der Meister nicht sprach", zusammenstellte und das vermeintlich durch Konfuzius Versäumte in schönster Anschaulichkeit nachholte.

Was, ebenfalls, hielt der Meister von Frauenschönheit, Prunkbauten, Tapferkeit, Schätzen - denjenigen Dingen, denen sein großer Gefolgsmann Meng K'o ("Annäherungen" 25) offenbar einiges Nachdenken widmen mußte, angesichts der entsprechenden Exzesse zu seiner Zeit, an den Fürstenhöfen zumal. Manch treffliches Wörtchen zu diesen vier Dingen schreibt die Überlieferung Konfuzius zu, und damit zu mancherlei Annehmlichkeit des Lebens.

weingenuss Zu solchen Annehmlichkeiten des Lebens zählt füglich auch der Weingenuß. Zwar war der Wein des Konfuzius ein anderer als der heute vertraute und eher ein derber Schnaps, doch Gedanken hat er sich sicher darüber gemacht. Schließlich war er ein Kenner der Lieder und wußte wahrscheinlich, daß sein Name möglicherweise mit dem hübschen Weinvers, oben zitiert, zusammenhängt. Was dachte er über den Wein?

Nicht sonderlich deutlich äußert er sich sich darüber. Einmal erwidert er einem Schüler, die Versorgung der Alten mit Wein und Speisen bedeute, für sich genommen, wohl noch nicht die Erfüllung der schuldigen Kindesehrfurcht (LY 2.8), auf die es ihm ankam. Immerhin scheint das anzudeuten, daß für ihn der Wein zur selbstverständlichen Versorgung der Alten gehörte!

Ein weiterer Ausspruch (LY 9.16) läßt sich wohl so verstehen, daß Konfuzius zu den Selbstverständlichkeiten seiner Lebensführung -neben dem Dienst gegenüber den Obrigkeiten sowie den Vätern und älteren Brüdern und der tatkräftigen Bemühung in Angelegenheiten der Grablege- zählte, "nicht durch den Wein in Bedrängnis zu geraten". Das sieht zwar wie eine Aussage über die eigene Lebensführung aus, doch sie besitzt eher einen -für andere!- mahnenden Charakter. Um Vater und ältere Brüder brauchte Konfuzius sich nicht zu bemühen, weil er diese kaum noch erlebte. In Angelegenheiten der Bestattung, auch bei ihm nahestehenden Personen, verfuhr er, gelinde gesagt, eigenwillig. Was dann noch seinen Dienst an Fürst und andere Obrigkeiten angeht - er scheint diese selten erfreut zu haben.

"Nicht durch den Wein in Bedrängnis geraten" - das dürfte für die anderen gegolten haben. Über sich und den Wein sagt Konfuzius im Grunde gar nichts. Noch in zwei weiteren der 500 Abschnitte des Lun-yü, der "Gespräche", begegnet das Wort chiu, "Wein", und zwar in dem seltsamen Kapitel 10. Eigentlich müssen dessen Aussagen meistens auf einen anonymen "Edlen" (chün-tzu) bezogen werden, doch die meisten Übersetzer setzen diesen ohne weiteres mit Konfuzius gleich. Ralf Moritz übersetzt die betreffenden Passus:

"Nur beim Wein setzte er sich kein bestimmtes Maß, er ließ es aber nicht so weit kommen, daß sich sein Geist verwirrte. (...) Saß er mit Leuten aus der Nachbarschaft beim Mahl, dann wartete er, bis die Alten aufgestanden und gegangen waren. Dann erst ging auch er."

Nicht von einem "Mahl" in der Nachbarschaft ist im Text die Rede, sondern vom Weintrinken ebendort. Und hier ist jetzt die Frage unvermeidlich: Wann pflegten die Alten im Alten China beim Weintrinken aufzustehen, sehr bald oder als letzte der Gäste? Genauere Untersuchungen wurden hierüber augenscheinlich noch nicht angestellt, doch die Lebenserfahrung zeigt, daß es Alte in geselliger Runde recht lange aushalten können. Dann hätte Konfuzius beim Weintrinken hübsch lange verweilt, was vielleicht auch seine anderen Aussagen anzudeuten vermögen.

Wie dem auch sei. Kung Yung (153-208), sein Nachkomme in 20. Generation, äußerte sich sehr deutlich über den Weingenuß. Schon als Kind war er als "konfuzianischer" altkluger Naseweis aufgefallen. Der untergehenden Han-Dynastie hielt er später unverbrüchliche Treue, und als der Emporkömmling Ts'ao Ts'ao, der dieses Herrscherhaus in den Abgrund der Geschichte befördern sollte, einmal für das ganze Reich ein Weinverbot erließ, da wandte sich K'ung Yung brieflich vehement dagegen. Leider blieben nur kurze Teile dieses Briefes überliefert. Hierin erklärt er, nicht ohne Sinn sei, daß der Himmel einen "Weinstern" an das Firmament gestellt habe, und auch auf der Erde gebe es eine Provinz mit Namen "Weinquell". Bedeutende Persönlichkeiten der Vergangenheit hätten sich ihre Verdienste ohne Hinwendung zum Wein nicht erwerben können, und sogar im Suff seien die Grundlagen für Großes geschaffen worden - so, als der Han-Kaiser Ching trunken seine Konkubine T'ang beglückte und damit die Voraussetzungen für den Wiederaufstieg der Kaisermacht schuf.

Das mag ernst oder ironisch gemeint gewesen sein, ein lebhafter Protest gegen die Prohibition des Ts'ao Ts'ao bleibt es dennoch. Zwar bedürfte das Thema "K., seine Familie, der Konfuzianismus und der Wein" noch tieferschürfender Untersuchungen, doch der Leser dieser Zeilen darf schon einmal beruhigt zum dritten oder vierten Schoppen greifen: konfuzianisch legitimiert! Der Meister selbst war dem erkennbar nicht abgeneigt, und sein Nachkomme war nachdrücklich dafür. Gewiß haben sich beide öfter die oben zitierten Verse aus dem "Buch der Lieder" aufsagen müssen.
 
 
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