Hamburger China-Notizen: zum Anfang Nr. 1 China-Hamburg jetzt und einst China-Hamburg
jetzt und einst
ChinaS jetzt und einst Notizen von einem nächtlichen Schreibtisch Deutsche Chinatexte
 

Hundert Jahre OAV

Am 3. März 2000 beging der angesehene Ostasiatische Verein (OAV) in einer würdigen Feier im Rathaus sein 100jähriges Bestehen. Von den Festrednern ist der thailändische Außenminister Surin Pitsuwan hervorzuheben, der eigens hierfür nach Hamburg gereist war.

Der OAV war am 13. März 1900 von sechzehn Hamburger Ostasienkaufleuten gegründet worden. Manche von den damals beteiligten Firmen sind auch heute noch Mitglieder. Deren Zahl beträgt gegenwärtig 851, nachdem es in den 1950er, 1960er Jahren sogar beträchtlich mehr als tausend gewesen waren.

 

Wegen eines familiären Krankheitsfalles konnte Bundespräsident Rau seine vorgesehene Rede erst am Abend dieses glanzvollen Tages halten, beim 80. "Ostasiatischen Liebesmahl". Er warnte unter anderem vor bedenklichen Entwicklungen, welche die "virtuelle Welt des Finanzkapitals" den Unternehmen aufzwinge. Da der OAV vor allem aus Mittelständlern besteht, fand er hiermit offene Ohren.

Der OAV ist die wichtigste Beratungsinstitution für die gesamte deutsche Asienwirtschaft, nicht nur für Ostasien. Nicht selten muß er auch vor Fehleinschätzungen dortiger Gegebenheiten warnen. Der "Welt am Sonntag" (5. März 2000) gelang ein Foto, das diese Funktion vortrefflich verdeutlicht.

 

Der Große Vorsitzende ging

Nach dem Festakt zum 100jährigen Bestehen des OAV legte dessen Vorsitzender Erdgar E. Nordmann sein Amt nieder. Er war der 19. Vorsitzende in diesen hundert Jahren, und nur wenige seiner Vorgänger hatten länger die Last dieser Aufgabe getragen. Seine Amtszeit (das Foto der WamS vom 5. März zeigt ihn bei dem Festakt) gehört zu den entscheidenden für die Entwicklung des OAV.

In einem Gespräch mit dem "Hamburger Abendblatt" (28. Februar 2000) sagte er unter anderem zum Wirtschaftsstandort China, dem auch er Zukunftschancen verheißt: "In China (neben Indien) wegen seiner Stärke, seiner Rohstoffbasis und der Händlermentalität der Chinesen. Sie wollen reich werden, und wenn sie es zu etwas gebracht haben, zeigen sie es. Es gibt kaum Neid, dafür aber eine hohe Risikobereitschaft. Und China kann sich weltweit auf Netzwerke stützen, die von Auslandschinesen aufgebaut worden sind."

Als Honorargeneralkonsul von Malaysia und Geschäftsführender Mitinhaber des Handelshauses Nordmann, Rassmann & Co. (1912 gegründet) wird er auch künftig nicht die Muße pflegen. Gewiß bleibt er auch eine der wichtigsten Stimmen zum Geschäft in Asien, dessen Märkte auch künftig schwierig bleiben werden. Etwas mehr Zeit wird ihm wohl künftig für einige liebenswürdige kleine Nebentätigkeiten bleiben. Zum Beispiel sammelt er chinesische Schnupftabakfläschchen ("snuff bottles"). Auch deren Markt ist heutzutage schwieriger geworden, denn in den letzten Jahren zogen die Preise dafür beträchtlich an.

 

Risse in der Mauer

Am 30. März 2000 veranstaltet die "Chinesisch-Deutsche Gesellschaft" im Raum 115 der Handelskammer einen Vortrag zum Thema "Risse in der Großen Mauer - Gesichter eines neuen China". Der Referent Jan-Philipp Sendker, langjähriger Asienkorrespondent des STERN, stellt sein neues Buch vor.

Ehrung für Kunstkennerin

Dr. Rose Hempel, ehemalige Hauptkustodin der Ostasienabteilung des Museums für Kunst und Gewerbe, Hamburg, feiert am 27. März 2000 ihren 80. Geburtstag. Museumsdirektor Professor Dr. Wilhelm Hornbostel ehrt sie durch einen Empfang im Spiegelsaal seines Hauses. Rose Hempel, die unter anderem zu den weltweit besten Kennern japanischer Farbholzschnitte zählt, geht auch heute noch emsig ihrer Wissenschaft nach.

Eine besondere China-Reise

Zu sieben Stätten des Weltkulturerbes in China, zu denen China-Touristen sonst selten oder nie gelangen, führt eine 16tägige Reise der Hamburger China-Gesellschaft im August. Leiter der Reise ist der Chinakenner und Publizist Dr. Hans-Wilm Schütte. Zur Einführung hält er am 20. März, 19 Uhr 30, im Hamburg-Haus, Doormannsweg 12, einen Vortrag darüber.
Titel: "Berg der Berge: Der Huangshan."

Taiwan nach Kiel

Die schöne Fotoausstellung "Bilder von Taiwan", die zuletzt im Völkerkundemuseum, Hamburg, zahlreiche Besucher anzog, ist jetzt in Kiel zu besichtigen. Die dortige Firma "Provinzial Versicherungen", Sophienblatt 33, zeigt diese Bilder vom 7. März bis 14. April 2000 in ihren Geschäftsräumen.

Löwentanz in Hamburg

Anläßlich seines diesjährigen Ostermarktes bietet das Völkerkundemuseum, Hamburg, am Sonntag, dem 16. April, ein Ganztagsprogramm zum Thema "Frühling in Asien". Dieses beginnt um 11 Uhr mit einer Aufführung "Taiwanesischer Löwentanz". Über das Gesamtprogramm anläßlich dieses Ostermarktes informiert ein Faltprospekt.

 
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